
18 Gaensehaut Stories
Серия: Heyne Anthologie, книга 53
Скачать
Начало книги
»Gänsehaut (Cutis anserina), meist reflektorisch durch Kältereiz oder durch psychische Faktoren bewirkte Hautveränderung. Das knöcherige Aussehen der Haut wird durch Zusammenziehung der an den Haarbälgen ansetzenden glatten Muskeln (Musculi arrectores pilorum) verursacht, die die Haarbälge hervortreten lassen und die Haare aufrichten.« Wer in »Meyers Enzyklopädischem Lexikon« unter dem Stichwort Gänsehaut nachliest, erfährt per definitionem und in lexikalischer Gedrängtheit, was sich unter physiologischem Aspekt über das Phänomen Gänsehaut sagen läßt. Über die »psychischen Faktoren«, von denen immerhin die Rede ist, schweigt sich der »Meyer« aus.
Auch die Etymologen speisen den Ratsuchenden lediglich mit einem spröden Hinweis ab, nämlich damit, daß seit dem 16. Jahrhundert »vor Schreck oder Kälte schaudernde menschliche Haut« nach der Ähnlichkeit mit der Haut einer gerupften Gans »Gänsehaut« genannt werde. Der Schreck ist also dafür verantwortlich, wenn sich die Haare sträuben, kalte Schauer über den Rücken jagen und unser zarter Teint an die Haut einer gerupften Gans erinnert. Andere psychische Faktoren rufen die gleiche Wirkung hervor: Angst, Furcht, Grauen, das Unfaßliche und Unerklärbare, Gespenstische und Makabre, alles, was in unserer Seele traumatisch weiterlebt und von dem seit Urzeiten eine seltsame Faszination ausgeht. Nach wie vor ist das Interesse am Unheimlichen und Phantastischen lebendig, auch und gerade in der Kunst, in der Literatur.
- Жанр
- Ужасы
- Издание
- 1976
- Язык
- de
- Размер FB2
- 867,5 КБ
- Добавлена
