
Der Tempel zu Jerusalem
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Liebkosend fuhr Salomos Hand über die Bundeslade. Von allen Kindern Davids durfte nur er diese Geste wagen, ohne daß ihn die geheimnisvolle Kraft, die dieses Heiligtum ausstrahlte, das die Gesetzestafeln barg, niederstreckte wie ein Blitz.
Die Bundeslade sollte etliche Tage in Schilo, mitten im Herzen von Judäa, der Provinz der Könige, bleiben, wo Abraham den wahren Gott verehrt hatte, den Einen Gott, der dem Schicksal der Menschheit einen anderen Lauf gegeben hatte, als er Israel zum auserwählten Volk machte. Schilo war Davids erste Hauptstadt gewesen, ehe er sich in Jerusalem niederließ. Der alte König wollte, daß die Bundeslade in regelmäßigen Abständen reiste und die Hebräer daran gemahnte, daß sie Nomaden bleiben würden, die auf der Suche nach Gottes Sohn waren.
Salomo war beauftragt worden, dieses kostbarste aller Tabernakel zu schützen. Und so hatte er Jerusalem an der Spitze eines Trupps Soldaten der Leibwache verlassen, hatte bei der Höhle von Machpela haltgemacht, wo die Patriarchen ruhten, war zwischen Weinbergen dahingefahren, in denen reife Trauben hingen, und hatte sich angesehen, wie sich die Weinberge in Terrassen an den trockenen und steinigen Hängen hochzogen. In Judäa hinderte nichts den Blick. Der Horizont mit seiner unermüdlichen Sonne wirkte falbfarben. Beim Reiten wurde eine Staubwolke aufgewirbelt, die sich im Geäst eines Zitronenbaums niederschlug.
- Жанр
- Историческая проза
- Издание
- 1999
- Язык
- de
- Размер FB2
- 967,8 КБ
- Добавлена