
Die linke Hand
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Начало книги
Der Mann erschien nach der Morgenandacht. Rasch verbreitete sich die Kunde, dass jemand gekommen war, und die Jungen von Saint Anthony knufften einander und wollten unbedingt einen kurzen Blick auf ihn werfen, als er sein Pferd ausspannte und es zum Wassertrog führte. Das Gesicht des Mannes war kaum zu erkennen, denn er hatte den Hut so tief ins Gesicht gezogen, dass die Krempe beinahe seine Nase berührte. Er schlang die Zügel um einen Pfosten und blieb neben dem Pferd stehen, tätschelte seinen Hals und sah ihm beim Trinken zu. Der Mann wartete, und die Jungen beobachteten ihn, und als die Stute endlich den Kopf hob, sahen sie, wie er sich vorbeugte, ihr über die Nase strich und ihr einen Kuss gab. Dann wischte er sich mit dem Handrücken über die Lippen, nahm den Hut ab und ging quer über den Hof zum Klostergebäude.
Es kamen oft Männer, um Kinder zu holen. Manchmal als billige Arbeitskräfte, manchmal, weil sie etwas Gutes tun wollten. Dann ließen die Ordensbrüder von Saint Anthony die Waisenknaben in einer Reihe antreten, und die Männer schritten sie ab und taxierten die Jungen. Folgte man ihren Blicken, war leicht zu erraten, wonach sie suchten. Meist waren es Jungen um die vierzehn – die größten, die aufgewecktesten, die kräftigsten. Dann wanderte ihr Blick hinunter zu denen, die noch kaum krabbeln konnten, und zu den tollpatschigen Zweijährigen – den noch Unverdorbenen und Unbefangenen. Übrig blieben die dazwischen – jene, die ihren Babyspeck und ihre Löckchen verloren hatten, aber noch nicht alt genug waren, um eine Hilfe zu sein. Diese Kinder wirkten zumeist verdrossen und hatten wenig mehr zu bieten als Läuse und üblen Milbenbefall. Ren war einer von ihnen.
- Жанр
- Историческая проза
- Язык
- de
- Размер FB2
- 672,6 КБ
- Добавлена