Обложка книги «Der Funke Leben»

Der Funke Leben

Эрих Мария Ремарк

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Das Skelett 509 hob langsam den Schädel und öffnete die Augen. Es wußte nicht, ob es ohnmächtig gewesen war oder nur geschlafen hatte. Zwischen dem einen und dem anderen bestand auch kaum noch ein Unterschied; Hunger und Erschöpfung hatten seit langem dafür gesorgt. Beides war jedesmal ein Versinken in moorige Tiefen, aus denen es kein Auftauchen mehr zu geben schien. 509 lag eine Weile still und horchte. Das war eine alte Lagerregel; man wußte nie, von welcher Seite Gefahr drohte, und solange man sich unbeweglich hielt, hatte man immer die Chance, übersehen oder für tot gehalten zu werden – ein einfaches Gesetz der Natur, das jeder Käfer kennt. Er hörte nichts Verdächtiges. Die Wachen auf den Maschinengewehrtürmen waren halb am Schlafen, und auch hinter ihm blieb alles ruhig. Vorsichtig wandte er den Kopf und blickte zurück. Das Konzentrationslager Meilern döste friedlich in der Sonne. Der große Appellplatz, den die SS humorvoll den Tanzboden nannte, war nahezu leer. Nur an den starken Holzpfählen, rechts vom Eingangstor, hingen vier Leute, denen die Hände auf dem Rücken zusammengebunden waren. Man hatte sie an Stricken so weit hochgezogen, daß ihre Füße die Erde nicht mehr berührten. Ihre Arme waren ausgerenkt. Zwei Heizer vom Krematorium vergnügten sich damit, aus dem Fenster mit kleinen Kohlestücken nach ihnen zu werfen; aber keiner der vier rührte sich mehr. Sie hingen schon eine halbe Stunde an den Kreuzen und waren jetzt bewußtlos. Die Baracken des Arbeitslagers lagen verlassen da; die Außenkommandos waren noch nicht zurück. Ein paar Leute, die Stubendienst hatten, huschten über die Straßen. Links neben dem großen Eingangstor, vor dem Strafbunker, saß der SS-Scharführer Breuer.

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Жанр
Классическая проза
Язык
de
Размер FB2
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