
Orient-Express
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sangen sie, hielten sich dabei am Bartresen fest und bekämpften die Seekrankheit mit Madeira. Die anderen Passagiere saßen, grün im Gesicht, auf der Bank gegenüber. Jedes lange Rollen der Mormugão endete mit einer ruckartigen Bewegung und einem bedenklichen Rattern aus der Richtung des Maschinenraums. Draußen brüllte der Wind, Gischt flog, und immer tiefer versank das Schiff in den Wellentälern. Drinnen wurde der Madeira in der dunkelbraunen Flasche immer weniger, und immer lauter sangen die ostwärts fahrenden Amerikaner in die schiefen erbsgrünen Gesichter der aufgereiht dasitzenden Passagiere
Sea’s still high
An’ sky’s all doity.
Später fahren wir bei leichtem Seegang, hinter uns ein feuchter Westwind. Der ganze Madeira ist ausgetrunken. Himmel und Meer verschwimmen zu einem endlos weiten Dunstschleier, distelsilbern im verborgenen Mondlicht. In diesem Schleier bläst der feuchtnasige Wind den Frühling ostwärts, der als Regen auf Lissabon, San Vicente und Madrid fällt, in Marseille und Rom an die Fenster trommelt, auf überwucherten Friedhöfen in Stambul das Unkraut antreibt. Hin und wieder bricht der Dunstschleier auf, und ein winziger runder Mond zeigt sich inmitten wirbelnder Wolkenfetzen, die bauchige Klumpen und lange dünne Streifen bilden, hell und zerknittert wie Silberpapier.
- Жанр
- Историческая проза, Современная русская и зарубежная проза
- Перевод
- Matthias Fienbork
- Издание
- Nagel & Kimche, 2013
- ISBN
- 978-3-312-00562-8
- Язык
- de
- Размер FB2
- 492,5 КБ
- Добавлена