
Hagen von Tronje
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Начало книги
Der Sturm war vorüber, und wie manchmal vor und oft nach einem besonders heftigen Unwetter lag der Fluß glatt und beinahe unnatürlich ruhig da. Der Himmel hing niedrig; schwere, hell- und dunkelgrau gerupfte Wolken verdeckten die noch kraftlose Frühjahrssonne und nahmen ihren Strahlen das letzte Fünkchen Wärme, so daß der Biß des Windes doppelt schmerzhaft zu spüren war. Das Ufer war glatt und bis zu der verschwommenen Trennlinie zwischen feuchtem Sand und spärlich wachsendem Gras zehn Schritte landeinwärts weiß und flach und leer geräumt, bar all der Dinge, die der Fluß sonst unentwegt auf seiner rastlosen Wanderung zum Meer hinab darauf ablud, und die Wellen, die kurz zuvor noch mit ungebändigter Wut auf das Ufer eingeschlagen hatten, plätscherten jetzt sanft, als müsse sich der Rhein von der vorangegangenen Anstrengung erholen, vielleicht auch Kraft für einen neuen Ansturm sammeln. Die Luft roch nach Nebel und Tau, obwohl weder das eine noch das andere zu sehen war, und weit im Norden türmten sich bereits neue, schwarze Wolkenburgen auf. Feiner, grauer Dunst hing über dem Fluß und ließ das gegenüberliegende Ufer nur wie durch einen zerrissenen Schleier sichtbar werden. Obwohl sich der Winter in diesem Jahr früher als gewohnt in die Berge zurückgezogen hatte, hing noch ein leiser Geruch wie nach Schnee in der Luft; manche von den Tropfen, die der Sturm in fast waagrechten Schleiern über das Land gepeitscht hatte, waren weiß und glitzernd gewesen, und auch wenn die Flocken nicht liegengeblieben waren, erinnerten sie doch nachhaltig daran, daß der Kampf noch nicht vorüber war, das Frühjahr noch nicht endgültig gesiegt hatte und der Winter jederzeit mit Eis und Kälte zurückkehren konnte.
- Жанр
- Мифы. Легенды. Эпос
- Издание
- Ueberreuter, Wien, 1986
- ISBN
- ISBN 3-8000-2266-4
- Язык
- de
- Размер FB2
- 1,3 МБ
- Добавлена