
Der Hexer von Salem
Серия: Der Hexer von Salem
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Das Meer war glatt wie ein Spiegel. Während der letzten beiden Stunden war Nebel aufgekommen, und im gleichen Maße, indem sich die grauen Schwaden zuerst zu wogenden Wolkengebilden und dann zu schweren, träge wie Rauch auf der Wasseroberfläche liegenden Bänken verdichtet hatten, hatte sich das Meer geglättet. Die Wellen waren flacher geworden, und das rhythmische dumpfe Klatschen, das die Fahrt der LADY OF THE MIST, der »Herrin des Nebels«, während der letzten vierunddreißig Tage wie ein monotoner Chor begleitet hatte, war leiser geworden und schließlich ganz verstummt.
Jetzt lag das Schiff ohne Fahrt auf der Stelle. Die großen, an vielen Stellen geflickten Segel hingen schlaff von den Rahen, und an Masten und Tauwerk sammelte sich Feuchtigkeit und lief in kleinen glitzernden Bahnen zu Boden. Es war still, eine unheimliche, an den Nerven zerrende Stille, die mit dem Nebel über das Meer herangekrochen war und den schnittigen Viermastsegler einhüllte. Und es war nicht einfach nur die Stille, sondern noch etwas anderes. Ein Gefühl - ich weiß, daß es sich verrückt anhört, aber genau das war es, was ich (und wohl auch viele von den anderen) damals empfanden -, als hätte der Nebel etwas Fremdes und Feindseliges mit sich herangetragen, das nun auf unsichtbaren Spinnenbeinen an Bord der LADY OF THE MIST kroch und sich in unsere Gedanken und Gefühle schlich.



