Обложка книги «Die Steinflut»

Die Steinflut

Franz Hohler

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Начало книги

Als die siebenjährige Katharina Disch mit ihrem vierjährigen Bruder Kaspar am Freitag, dem 9. September 1881 das Haus ihrer Großmutter betrat, wußte sie nicht, daß sie erst wieder bei ihrer Hochzeit von hier weggehen würde.

Ihr Vater hatte sie für ein paar Tage weggeschickt, weil die Geburt eines Kindes bevorstand, und ohne Widerspruch hatte Katharina das Bündelchen mit den beiden Nachtgewändern und etwas Leibwäsche, das ihre älteste Schwester Anna bereitgemacht hatte, genommen, hatte noch ihre Holzpuppe Lisi so hineingesteckt, daß sie mit dem Kopf herausschaute, und war dann mit Kaspar an der Hand aufgebrochen. Sie war froh, daß sie nicht daheim bleiben mußte.

Wie verändert war ihr die Mutter beim Abschied vorgekommen! Sie lag im Schlafzimmer im oberen Stock, ihre Haare, die sie sonst immer aufgesteckt hatte, waren offen über das Kissen ausgebreitet und hingen sogar über den Bettrand hinunter, sie war bleich und schwitzte, von Zeit zu Zeit preßte sie die Lippen zusammen, kniff die Augen zu und drückte mit beiden Händen auf die Bettdecke, unter der sich ihr Bauch wölbte. Katharina wollte ihr nur schnell von der Türschwelle aus auf Wiedersehn sagen, aber die Mutter winkte sie zu sich heran, strich ihr mit ihrer Hand, die ganz kalt war, über die Haare und sagte leise, sie solle die Großmutter grüßen, und sobald ihr neues Geschwisterchen da sei, werde sie jemanden schicken. Dann drehte sie sich tief einatmend zur Seite, griff in die Schublade des Nachttischchens, holte einige gedörrte Zwetschgen heraus und gab sie ihrer Tochter mit, »für unterwegs, für dich und Kaspar«, fügte sie hinzu und versuchte zu lächeln.

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Жанр
Современная русская и зарубежная проза
Издание
Luchterhand, München, 1998
ISBN
3-630-86994-7
Язык
de
Размер FB2
251,8 КБ
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