
Die Bücher und die Leserwelt
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Начало книги
Als ich noch in… n lebte, gehörte es zu meinen Vormittagsvergnügen, in eine Leihbibliothek zu gehen; nicht um Bücher auszuwählen - denn die Sammlung bestand aus vier- bis fünftausend Bänden, die ich größtenteils zwei Jahre zuvor in einer langen Krankheit durchblättert hatte -, sondern um zu sehen, wie die Bücher ausgewählt werden. Ich trug mich damals mit dem sonderbaren Gedanken, ein Buch zu schreiben. Ich hatte noch keinen bestimmten Gegenstand oder Zweck und war noch sehr unentschieden, nach welchem großen Meister ich mein erstes Stück verfertigen sollte. An den inneren Wert des künftigen Buches dachte ich zwar mit unbehaglichem Gefühl; denn unter allen meinen Gedanken war ich bis jetzt auf keinen gestoßen, der sich, selbst mit Schwaba-cher Lettern gedruckt, schön ausgenommen hätte. Doch schien mir das Größte und Notwendigste für einen, der ein Buch machen will, daß er die Menschen studiere, nicht um Menschenkenntnis zu sammeln - die lernt man jetzt in Büchern -, sondern um den Leuten abzusehen, was etwa am meisten Gefallen finde, oft und gern gelesen werde. Vox populi, vox Dei, dachte ich, gilt auch hier. So saß ich denn manchen Vormittag in der Bibliothek, um die Leser und ihre Neigungen zu studieren.
- Жанр
- Публицистика
- Год написания
- 1826
- Язык
- de
- Размер FB2
- 52,6 КБ
- Добавлена