
Schnappschuß
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Ich erwachte mit einer bösen Vorahnung. Unwillkürlich schloß sich meine Hand um die Parabellum unter meinem Kopfkissen. Ich lauschte gespannt. Kein Geräusch. Kein verdächtiges Rascheln, kein Reiben von Tuch auf Tuch, kein halbunterdrücktes, schnelles Atmen. Kein lauernder Feind. Langsam entspannte ich mich, drehte mich um und blinzelte in das Zimmer. Ein ruhiges, leeres, häßliches Zimmer. Ein Drittel dessen, was ich in Ermangelung eines weniger anheimelnden Wortes mein >Heim< nannte.
Heller Sonnenschein drang durch die dünnen rosa Gardinen und malte einen goldenen Farbfleck auf den verblichenen braunen Plüschteppich. Ich mag Rosa nicht. Aber mir fehlte andererseits auch die Energie, meinen Hausherrn davon zu überzeugen, daß Blau besser paßte. Nach acht Monaten wußte ich, daß er niemals etwas erneuerte, ehe es in Stücke fiel.
Trotz der herrschenden Stille vertiefte sich das Gefühl einer Vorahnung, wurde deutlicher und löste sich dann in eine weniger bedrohliche, aber düstere Allgemeinstimmung auf. Sonntagmorgen. Der 20. Juli. Für mich der Beginn eines dreiwöchigen Urlaubs.
- Жанр
- Детективы
- Перевод
- Norbert Wölfl
- Язык
- de
- Размер FB2
- 568,8 КБ
- Добавлена