
Cathérine und die Zeit der Liebe
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Начало книги
Der Nebel wurde von Augenblick zu Augenblick dichter und undurchdringlicher. Seine grauen Schwaden hüllten den erschöpften Pilgertrupp wie ein feuchtes Leichentuch ein … Wie lange war man so herumgezogen in dieser grasreichen, von Sümpfen und stillen grünen Teichen durchzogenen Einsamkeit? Stunden um Stunden! Doch nichts deutete daraufhin, daß das Marschziel nahe war. Der Wind hatte sich erhoben, heulte aus allen Richtungen des Hochplateaus und zerriß für Momente den Nebel, der sich sofort wieder schloß, dichter und schwerer.
Cathérine ging inmitten der anderen. Mit rundem Rücken, den Kopf unter dem großen, vom Wind heruntergedrückten Hut gesenkt, hielt sie, so gut sie konnte, die Schöße ihres Umhangs fest, den die Windstöße aufblähten, und stützte sich dabei mit aller Kraft auf ihren Stab, um besser gegen den Wind ankämpfen zu können. Seit fünf Stunden, seit dem Aufbruch von Le Puy, hatte sie die unschätzbare Hilfe kennengelernt, die dieser lange Stab gewährte, wenn die Müdigkeit einen schwer bedrückte. Um so mehr, als sie mit dem linken Arm eine ihrer Gefährtinnen, Gillette de Vauchelles, stützte, jene Frau, die ihr mit ihrer niedergeschlagenen Miene und dem unaufhörlichen Husten schon in der Ostermesse aufgefallen war. Es war eine Witwe in den vierziger Jahren, aus guter Familie und sehr gebildet, deren ernstes Gesicht jedoch unheilbare Traurigkeit verriet. Sie war sanft, melancholisch und tief religiös. Als Cathérine sah, wie sie sich, kurzatmig durch die dünne Höhenluft, auf dem Weg dahinquälte, hatte sie nicht umhin gekonnt, ihr ihre Hilfe anzubieten. Zuerst hatte Gillette abgelehnt.
- Жанр
- Исторические любовные романы
- Издание
- 1975
- Язык
- de
- Размер FB2
- 928,0 КБ
- Добавлена